Der Astronom

Samuel Heinrich Schwabe
  • Schwabe erhielt vermutlich schon durch seinen einstigen Lehrer und späteren Freund G.U.A. Vieth Anregungen zur Beschäftigung mit der Astronomie. Ab 1825 führte Schwabe nachweislich Fernrohrbeobachtungen durch, damals noch mit einem in der Lotterie gewonnen Fernrohr. Ebenfalls 1825 bestellte er ein größeres Instrument bei dem bekannten Physiker Joseph von Frauenhofer.

  • Zunächst führte Schwabe seine Beobachtungen vom Hausdach seines Freundes aus, bevor 1829 mit dem Kauf des Hauses in der Johannesstraße (Schwabehaus) seine aktivste astronomische Laufbahn begann. Nahezu 46 Jahrelang beobachtete er die Sonne, den Mond, die Planeten und Kometen des Sonnensystems. Er veröffentlichte seine Erkenntnisse in den "Astronomischen Nachrichten" und stand mit bekannten Astronomen wie z.B. Professor Encke, damaliger Direktor der Berliner Sternwarte, im fachlichen Dialog.

  • 1844 erschien eine erste Vermutung Schwabes auf eine mögliche Periodizität der Sonnenflecken auf der Grundlage seiner Beobachtungen von 1826-1843. Er gab damals die Periode mit 10 Jahren an (heutiger Mittelwert: 11,1 Jahre). Die Abweichung erklärt sich jedoch nicht durch zu geringes Beobachtungsmaterial, Schwabe brachte es immerhin auf durchschnittlich 300 Beobachtungstage im Jahr. Ursache waren die vom Mittelwert stark abweichenden 8. und 9. Zyklen, die in seine Beobachtungszeit fielen.

  • Für seine Leistungen auf dem Gebiet der Sonnenforschung erhielt er 1857 die "Große goldene Medaille" der Royal Astronomical Society. Der Sonnenforscher Carrington übergab ihm diese Auszeichnung in Dessau. Später schenkte Schwabe noch zu Lebzeiten alle seine astronomischen Aufzeichnungen der Society. Dem Dessauer Herzoglichen Gymnasium hinterließ er gegen eine kleine Rente seine wissenschaftlichen Geräte.



Teleskop von Schwabe





Zeichnung eines Sonneflecks





Periodizität der Sonnenflecken